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Unsere Geschichte

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Gregor war bereits im Kindergarten "auffällig", er hatte Aggressionsausbrüche, warf mit Stühlen durch die Gegend und konnte nie still sitzen.

Bereits zu dieser Zeit mussten wir den Kindergarten wechseln. Wir saßen damals wie Angeklagte vor einer Kommission (Kindergartenleiterin, Betreuerin, Bürgermeister, Vertreter vom Land usw.). Uns wurde mitgeteilt, dass Gregor in einen anderen Kindergarten wechseln muss, weil "Gefahr in Verzug" ist (Viele von Ihnen kennen diese Aussage). In dem neuen Kindergarten gibt es eine sogenannte Integrationsgruppe, und nur so kann eine Sonderpädagogin zur Verfügung gestellt werden. Später stellte sich heraus, dass diese "Sonderpädagogin" eine ganz "normale" Betreuerin war. (Soviel zur Unterstützung).

Es begann sich also ein roter Faden durch Gregors Leben zu ziehen........

Der nächste Einbruch kam natürlich mit Beginn der Volksschule 2003......ein Martyrium. Das erste Halbjahr der ersten Klasse schafften wir (nervlich) nur mit Müh und Not. Im Frühjahr 2004 empfahl man uns dann, Gregor "anschauen" zu lassen. Im April wurde dann die Diagnose ADHS gestellt. Wir, natürlich keinen Schimmer von dieser Krankheit. Auch bei der Fachärztin für Kinder und Jugenheilkunde in Wien wurden wir nicht über das Krankheitsbild aufgeklärt, ganz zu schweigen von den Medikamenten. Ist doch eigentlich ein Irrsinn- Du bekommst ein Rezept über Ritalin und glaubst, Du gibst Deinen Kindern Drogen (wenn man nur den Beipackzettel liest). Bei jeder Tablette hatte ich ein schlechtes Gewissen meinem Kind gegenüber.

Bekäme man von Beginn an eine ordentliche Aufklärung, könnte man ganz anders mit der Krankheit ADHS umgehen. Würde man doch nur den Satz zu hören bekommen: Bitte akzeptieren Sie die Krankheit und behalten Sie trotzdem immer Humor. Es würde einem schon besser gehen.

In der zweiten Klasse kam Gregor bereits in eine Integrationsklasse mit zwei Lehrerinnen. Die Lehrkräfte waren wirklich sehr bemüht, aber es verging keine Woche ohne Anruf bzw. Vorladung zur Direktorin. 

 Irgendwie (und das meine ich so) haben wir die Volksschule abgeschlossen (trotz mehrmaliger Androhung der Suspendierung usw.).

Natürlich darf man auch nicht vergessen, dass jeglicher Vorfall und Ausreisser in Gregors Schülerbogen festgehalten wurde. Und auf diesen Schülerbogen kann natürlich jede Schule zugreifen! Aber auch Eltern haben das Recht einmal jährlich in den Schülerbogen Einblick zu halten. Bitte fordert dieses Recht ein!

Lange ließ die nächste Katastrophe natürlich nicht auf sich warten, Gregor wechselte in die Europahauptschule. Wir haben von Anfang an mit offenen Karten gespielt und dem Klassenvorstand über Gregors Krankheit berichtet, ebenso über seine Medikamente. Hier teilte man uns mit, dass die Schule mit ADHS Kindern Erfahrung hätte und es wird schon gut gehen!!! Welcher Irrglaube, aber zum Ersten waren wir beruhigt. Und ich bin mir sicher, dass den Schulen bis heute nicht klar ist, dass ADHS eine Krankheit ist-sondern immer noch der Meinung sind, diese Kinder sind einfach schlimm, nicht tragbar, faul und einfach respektlos und frech. Sie passen einfach nicht in das Bild unserer Gesellschaft. Durch die Zusammenarbeit mit betroffenen Eltern und ADHS Experten stelle ich immer wieder fest, dass die nötige Aufklärung bzw. zusätzliche Ausbildung betreffend ADHS für Pädagogen nicht ausreichend ist.

 Gleich zu Beginn des ersten Schuljahres fuhr unsere Klasse auf Kennenlerntage-wir erklärten dem Klassenvorstand die Einnahme der Medikamente (Ritalin musste ja nachdosiert werden) und schickten unseren Burschen auf Reise!

Als sie zurückkamen (ich war zu der Zeit hochschwanger und nervlich ein bisschen angespannt) beorderte man uns sofort in die Schule- unsere Kinder waren nicht einmal noch mit dem Bus retour!!!!! Heute würde ich mir das nicht mehr gefallen lassen-Eltern, egal welchen Stress es in der Schule gibt, sind immer noch mit einem angemessen Respekt zu behandeln! Denn das erwarten wir doch auch von unseren Kindern! Es gab natürlich wieder einen Vorfall, und man hat uns empfohlen für Gregor einen Sonderpädagogischen Förderbedarf anzumelden! Also nichts anderes als Abschub in die Sonderschule-und das mit einem IQ von über 130!

Hier möchte ich auch erwähnen, dass Gregor auf den Kennenlerntagen keine einzige Tablette genommen hat! Dass muss man sich einmal vorstellen. Lehrer dürfen den Kindern die Tabletten nicht verabreichen, aber offensichtlich hat man es auch nicht für notwendig empfunden, die Einnahme zu kontrollieren!

Letztendlich hatten wir als Eltern dass Gefühl, dass die Stärken geschwächt und die Schwächen gestärkt wurden!

Sie kennen sicherlich auch die berühmten Sätze wie:

Ja, diese Woche ging es ganz gut, aber......

Wir haben alle in unserer Macht stehenden Möglichkeiten ausgeschöpft. Verhaltenstherapie, meine Aus- und Weiterbildung in Bezug auf ADHS, wöchentliche Telefonate mit dem Klassenvorstand (um möglichst kurze Rückmeldezeiten zu haben), Lehrerkonferenzen im Beisein von Mag. Andrea Schuch-Brendel (sie wurde von uns bezahlt nicht von der Schule) usw. Wir haben versucht, einen möglichst reibungsfreien Ablauf zu gewährleisten. Gregors schulische Leistung war in Ordnung, seine Aufgaben wurden erledigt, er hatte immer seine Sachen dabei. Doch bitte, was zählt das, wenn er immer wieder stört!

Mir fällt auch gerade ein, dass von unserer Ärztin niemals ein Blutbild angefordert wurde! Bitte, lasst einmal im Jahr ein Blutbild von Euren Kindern machen. Auch wenn ihnen die Medikamente die notwendige Unterstützung bieten die sie brauchen, unsere Kinder nehmen keinen Traubenzucker!!!

Zu Beginn der zweiten Hauptschule hat man dann auf stur geschaltet und Gregor wirklich sehr mies behandelt, ich würde es fast als Mobbing bezeichnen. Der Klassenvorstand hatte plötzlich nicht mehr vor, einmal wöchentlich mit uns zu telefonieren, ist doch viel zu aufwändig.

Und man beantragte schlußendlich den schon angedrohten sonderpädagogischen Förderbedarf.

Gregors psychischer Zustand war zu dieser Zeit sehr schlecht, er konnte mittlerweile nicht einmal mehr 2+2 zusammenzählen.

Wir vereinbarten einen Termin mit dem Bezirksschulrat um mit ihm den Ablauf in der Hauptschule zu besprechen. Wir sagten ihm, dass wir das Gefühl haben, dass man Gregor loswerden möchte. Seine Antwort: "Ihr Gefühl wird sie nicht täuschen".

Tja, was soll man da noch sagen! Gregors Zustand musste sich einfach verbessern, und dass kann in der Hauptschule einfach nicht mehr funktionieren. Also stimmten wir in den Umstieg in das SPZ (sonderpädagogisches Zentrum) zu. Unser Bursche konnte sich in diesem Jahr gut erholen, und ich muss sagen, die Lehrer(innen) waren wirklich toll. Glücklich war ich mit dieser Situation dennoch nicht.

Zum Zeitpunkt der "Abschiebung" setzte ich mich mit Herrn Dr. Salcher (seines Zeichens Buchautor und Kurier Schüleranwalt) in Verbindung. Ich schrieb ihm unsere ganze Geschichte- er reagiert sofort.  Daraufhin erschien im Kurier ein Artikel über unsere Geschichte (Namen wurden natürlich von der Redaktion geändert) in Zusammenarbeit mit der Kiprax.

Gregor wurde daraufhin  in den häuslichen Unterricht abgemeldet und  im Bildungszentrum Kiprax 2. Jahre beschult. 

Im 9. Schuljahr besuchte Gregor das Polytechnische Zentrum in Gänserndorf und hat dieses auch positiv abgeschlossen.

Heuer (2015) kommt er bereits in das 4. Lehrjahr als Mechaniker/Spengler und ist nach wie vor sehr glücklich in seinem Job. 

Wir haben wirklich viel Arbeit hinter uns, aber es hat sich mehr als gelohnt. Wr sind sehr stolz auf unseren Sohn, und sind froh, dass wir nie aufgegeben haben!  

 

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